Zieht sich das Zahnfleisch zurück, bemerken viele Betroffene zunächst nur, dass die Zähne „länger“ wirken. Doch was harmlos aussieht, kann ernste Folgen haben: freiliegende Zahnhälse, entzündliche Stellen und im schlimmsten Fall lockere Zähne.
Damit es nicht so weit kommt, lohnt sich ein genauer Blick auf die Ursachen.
In diesem Beitrag erfahren Sie:
Zahnfleischrückgang wirft viele Fragen auf. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen lässt sich etwas dagegen tun – vorausgesetzt, die Ursache wird frühzeitig erkannt. Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen:
Dabei zieht sich das Zahnfleisch vom Zahn zurück. Freiliegende Zahnhälse sind die Folge – oft verbunden mit Empfindlichkeit auf Hitze, Kälte oder Berührung.
Ja, vor allem langfristig. Denn das Zahnfleisch schützt die empfindlichen Wurzelbereiche und stabilisiert den Halt der Zähne. Rückgang kann ein frühes Anzeichen für Parodontitis sein – eine chronische Entzündung, die unbehandelt zum Zahnverlust führen kann.
Häufige Auslöser sind falsches Zähneputzen, Entzündungen des Zahnfleisches, Zähneknirschen, Rauchen oder hormonelle Veränderungen. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen.
Von selbst leider nicht. Je nach Ausmaß und Ursache kann es aber mithilfe zahnärztlicher Behandlungen teilweise wieder aufgebaut werden – etwa durch mikrochirurgische Verfahren.
Eine gute Mundpflege, regelmäßige Prophylaxe und eine zahnschonende Zahnputztechnik sind die beste Vorsorge. Bei ersten Anzeichen ist eine professionelle Abklärung wichtig.
„Zahnfleischrückgang ist erst einmal kein Grund zur Panik, aber ein deutliches Warnsignal, das wir ernst nehmen sollten. Je früher wir die Ursache erkennen, desto gezielter können wir gegensteuern. In vielen Fällen lässt sich der Rückgang aufhalten.“
Dr. Josefin Pfitzer-Weichbrodt, Zahnärztin in Stuttgart

Zahnfleischrückgang entsteht nicht über Nacht. Oft ist er das Ergebnis aus verschiedenen Einflüssen: mechanisch, entzündlich oder lebensstilbedingt. Ein kurzer Überblick über die häufigsten Ursachen:
Weitere Risikofaktoren:
Auch Allgemeinerkrankungen wie Diabetes mellitus und die Einnahme bestimmter Medikamente können Zahnfleischrückgang begünstigen.
Was ist eigentlich Parodontitis?
Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparats. Sie beginnt meist mit Zahnfleischbluten und kann – unbehandelt – zum Abbau von Gewebe und Knochen führen. Typische Folge: Zahnfleischrückgang und gelockerte Zähne. Eine rechtzeitige Behandlung schützt vor dauerhaften Schäden. Hier erfahren Sie mehr: Parodontologie
Zahnfleischrückgang entwickelt sich in der Regel langsam und bleibt im Alltag lange unbemerkt. Viele Betroffene nehmen die ersten Veränderungen nur beiläufig wahr. Umso wichtiger ist es, typische Warnzeichen zu kennen:
Achten Sie besonders auf folgende Symptome:
Diese Anzeichen deuten darauf hin, dass das Zahnfleisch gereizt oder bereits entzündet ist. Auch wenn (noch) keine Beschwerden spürbar sind, kann eine zahnärztliche Kontrolle sinnvoll sein – zum Beispiel bei bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, Stress, Diabetes oder in hormonellen Umstellungsphasen.
Was schützt vor Zahnfleischrückgang?
Eine regelmäßige Vorsorge und die professionelle Zahnreinigung sind der beste Schutz für Zahnfleischrückgang. Denn so erkennt Ihr Zahnarzt erste Veränderungen früh und kann reagieren, bevor Schaden entsteht. Hier erfahren Sie mehr: Prophylaxe.

Zahnfleischrückgang lässt sich nicht mit einer Standardlösung beheben. Entscheidend ist, was den Rückgang verursacht hat und wie weit er bereits fortgeschritten ist. In der zahnärztlichen Praxis stehen dafür verschiedene schonende Maßnahmen zur Verfügung:
Zurückgegangenes Zahnfleisch wächst in der Regel nicht von selbst nach. In spezialisierten Fachpraxen kann der Aufbau in manchen Fällen durch mikrochirurgische Verfahren unterstützt werden – etwa durch sogenannte Zahnfleischtransplantate.
Diese Eingriffe verfolgen sowohl funktionelle als auch ästhetische Ziele, sind jedoch nicht in allen Situationen möglich oder erforderlich.
„Nicht immer lässt sich Zahnfleischrückgang komplett rückgängig machen – aber wir können viel tun, um die Gesundheit des Gewebes zu stabilisieren und weiteren Verlust zu verhindern. Dabei stimmen wir jede Behandlung sorgfältig auf die individuelle Ursache ab.“
Dr. Josefin Pfitzer-Weichbrodt, Zahnärztin
Zahnfleischrückgang ist kein Notfall, aber ein ernstzunehmendes Signal. Wer früh reagiert, kann viel für den Erhalt der eigenen Zähne tun. Ob Sie erste Veränderungen bemerkt haben oder sich einfach absichern möchten: Eine zahnärztliche Kontrolle schafft Klarheit.
Ihr Zahnfleisch geht zurück?
In unserer Praxis in Stuttgart nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen und eine detaillierte Untersuchung: Termin vereinbaren